Besuch bei meinem Freund Javier Rodriguez

Nachdem gestern der Tag der Traditions-Weingüter war, begab ich mich heute auf den Weg zu zwei der ganz großen Weinmacher Spaniens. Beide traf ich im östlichen Teil der Rioja, im Rioja Baja. [caption id="" align="alignright" width="278" caption="Javier und ich in seinen Weinbergen"]Javier und ich in seinen Weinbergen[/caption] In aller Herrgottsfrühe fuhr ich los, denn ich wollte meinen alten Freund Javier Rodriguez besuchen. Für ihn muss ich immer etwas mehr Zeit einplanen, denn kein anderer spanischer Weinmacher erklärt mir so ausführlich seine Philosophie. In Aldenueva de Ebro wurde ich bereits von ihm erwartet. Seine Bodega war wie erwartet picobello sauber. Bis ins Detail erklärte er mir, wie er von der Lese bis zum fertigen Wein, zunächst die Trauben und anschließend auch noch die einzelnen Beeren selektioniert. Außerdem erlaubt er sich den Luxus doppelt so viele Stahltanks wie nötig vorzuhalten, um den Wein bei Bedarf umzupumpen und dabei schonend filtrieren zu können. Auch in Sachen Eichenholz ist Javier Rodriguez ein absoluter Experte. Das Geheimnis liegt dabei in den Poren des Holzes. So besitzt amerikanisches Holz beispielsweise breitere Ringe, es ist fester und lässt sich leichter spalten. Die Poren sind jedoch auch kleiner, dadurch wird der Austausch mit der Luft verzögert und die Fässer sind im Schnitt 6-8 Jahre verwendbar. Französische Eichenfässer hingegen haben engere Ringe. Die Poren sind größer und das Holz lässt sich bei der Herstellung nur in eine Richtung spalten. Das führt dazu, dass ein Fass aus französischer Eiche doppelt so teuer ist und dazu nur 2 Jahre verwendbar ist. Dafür werden jedoch die Tannine von französischen Barriques besser abgerundet. Die Weine werden weicher und eleganter. Der Preis dafür ist jedoch um ein Vielfaches höher. Jetzt wird mir auch klar, warum mein Freund Javier auch schon einmal selbst beim Schlagen des Holzes für seine Eichenfässer dabei ist. Danach fuhren wir mit seinem alten Jeep in die Weinberge. Es ist das Vorland der Sierra de Manda, schneebedeckte Berge erheben sich majestätisch vor uns, hinter uns der kleine Ort Aldenueava, der fast nur aus Winzern und Bauern besteht. Mitten in den Weinbergen umgab uns eine fantastische Stille. Der steinige Boden, von Kalksandstein und einem hohen Eisengehalt geprägt, schimmerte rötlich in der Sonne. Akkurat steht fast andächtig Rebe an Rebe, hunderttausendfach in Reihen, wie ein Heer aus Wein. Gleich neben den Weinfeldern wuchs eine Fülle von wildem Thymian, der gerade herrlich violett blühte und duftete, gelber Ginster, Mohn und vieles andere. Dieses einmalige Terroir versucht Javier ganz bewusst durch die Verwendung von natürlichen Hefen, die auf den Traubenschalen sitzen, im Wein widerzuspiegeln. Auf der Rückfahrt weist Javier noch auf einen kleinen Feldhain mit Olivenbäumen, von denen mein Lieblingsöl, das Lacrimus Olivenöl stammt. Ich bin begeistert, mache schnell noch ein paar Fotos, denn Antonio Palacio von Vina Herminia wartete bereits auf mich.
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