Grappa: Vom Schnaps der Armen zur Edel-Spirituose

In den letzten Jahrzehnten hat die italienische Grappa einen beispielhaften Imagewandel durchgemacht. Einst als "Schnaps der Armen" verpönt, genießt sie heute weltweites Ansehen als edle Spezialität. Dieser Wandel kommt nicht von ungefähr: Früher wurden Trester und Weinbeerenreste verschiedener Rebsorten verarbeitet, um ja keine Reste dem Abfall zu überlassen. Inzwischen verarbeiten aber viele Destillerien nur noch eine Rebsorte, um einen reinen Geschmack zu gewinnen. Heute ist auch der Name Grappa durch die EU geschützt und darf nur noch für Branntwein verwendet werden, der in Italien aus Trester und nur aus Trester (also ohne Zugabe von Wasser) gebrannt wurde. Das heißt auch, das heute die hölzernen Reste wie Stiele und Kerne nicht verarbeitet werden dürfen, denn durch die chemischen Prozesse während der Destillation werden sie toxisch. Einer Legende nach wurde die Kunst der Grappa-Brennerei von einem römischen Legionär von Ägypten nach Norditalien gebracht, der das Brennzubehör im Land der Pyramiden gestohlen hatte. Wahrscheinlicher aber ist, dass erst im Mittelalter die erste Grappa gebrannt wurde, nachdem das Verfahren durch die Kreuzzüge aus dem Orient nach Italien gebracht worden war. Dabei hatten Jesuitenmönche keinen geringen Anteil an der Verbesserung des Verfahrens. In Italien wird Grappa vor allem als Digestif serviert. Espresso mit einem Schuss Grappa wird als caffè coretto bezeichnet, wörtlich "korrigierter Kaffee". Der Genuss eines puren Espresso mit anschließenden Schlucken Grappa nennt man ammazzacaffè (Kaffeemörder). Unsere Grappe (so der italienische Plural) kommen unter anderem von der Destillerie Bottega, die in ihrer Brennerei als Besonderheit ihr Destillat dreimal brennt, so dass besonders milde Grappe entstehen. Die besondere Reinheit des Tropfens wird außerdem durch eine spezielle Filtermethode erreicht. Ihre Grappa aus den Rebsorten Glera (ehemals als Prosecco bekannt) und Moscato wurde mit Gold ausgezeichnet. Aber auch ihre Grappa aus Amarone kann sich durchaus schmecken lassen. Cincin!
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