Die Kunst des Destillierens von Grappa

Die Grappa hat in den letzten Jahrzehnten einen enormen Imagewechsel vom Schnaps der Armen hin zum Trendgetränk gemacht - und zwar nicht nur bei der Toskana-Fraktion und sonstigen Italien-Liebhabern. Um es gleich vorweg zu nehmen: Im Italienischen ist Grappa weiblich, also la grappa. Bei Grappa als "der Schnaps" darf man aber im Deutschen legitim auch der Grappa sagen. Wie es zu dem enormen Imagegewinn der Grappa kam, hängt mit der Herstellungsweise zusammen. Früher gewannen die Weinbauern und ihre Hilfsarbeiter Grappa aus dem Trester der zu Wein verarbeiteten Trauben, also den Resten der Weingewinnung, zu denen auch die Stiele und die Samen der Weinbeeren gehören. Dass dabei Trester von verschiedenen Rebsorten verwendet wurde, störte niemanden. Einige Destillerien verwenden jedoch nur eine Rebsorte, so dass deren aromatische Besonderheiten in der Grappa zum Tragen kommen. Auch durch technische Verbesserungen gewann Grappa in der Mitte des 20. Jahrhunderts an Ansehen. Eine andere Methode, um die Grappa zu veredeln, praktizieren die Geschwister Bottega aus Conegliano Veneto: Sie brennen ihre Grappa Alexander drei Mal, so dass das Ergebnis eine besonders samtige und aromatische Grappa ist. Als besonderen Clou kühlen sie das Destillat auf -20°C herunter, wobei es kritallisiert und so leichter gefiltert werden kann. Die restlichen Öle der Traubenschalen werden so aus der Grappa entfernt. Dank dieser Methode muss in der Destilleria Bottega auch kaum Zucker zugegeben werden, obwohl laut Gesetz zwei Prozent hinzugefügt werden dürften. Übrigens kam die Kunst des Destillierens erst durch die Kreuzzüge nach Italien. Im Orient war sie zu medizinischen Zwecken entwickelt worden. Heute wird Grappa vor allem als Digestif genossen. In den Espresso gegeben, nennt man das Getränk caffè corretto, also korrigierten Kaffee. Wenn zuerst der Espresso und die Grappa getrunken wird, nennt das der Italiener ammazzacaffè (Kaffeemörder).
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