Kulinarische Höhepunkte bei LeAltanza

Nur einen Steinwurf entfernt, befand ich mich heute Nachmittag auf dem weitläufigen Gelände der renommierten Bodega LeAltanza. Hier wurde ich von Ervigio, dem sympathischen und sehr dynamischen Exportmanager begrüßt. Er ist gleichzeitig der Schwiegersohn des Inhabers. [caption id="" align="alignleft" width="278" caption="Oscar Martinez (l.), Ervigio Adan (r.) und ich"]Oscar Martinez (l.), Ervigio Adan (r.) und ich[/caption] Ich war überrascht, dass Ervigio auch selbst etwas von der Kunst des Weinmachens versteht. Denn kein Wein der Bodega wird abgefüllt, bevor nicht das heilige Triumvirat aus Weinmacher Oscar, ihm selbst und seinem Schwiegervater den Wein einstimmig für ausreichend gut befunden hat. Beim Begehen des riesigen Weinkellers wies er mich mehrmals stolz auf eine Besonderheit bei LeAltanza hin. Alle Gärtanks waren mit einer Apparatur ausgestattet, welche die Zufuhr von Sauerstoff bei der malolaktischen Gärung ermöglicht. Dieser wird den Hefen quasi als Futter zum Fraß vorgeworfen. Sie bedanken sich mit einer besonders intensiven Farbe des späteren Weines. Diese Micro-oxygenation schadet dem Wein nicht, der Sauerstoff wird im Verlauf der Gärung vollständig abgebaut. Bei der anschließenden Verkostung im Restaurante erklärte mir Ervigio die Philosophie der Bodega Le Altanza. Man konzentriert sich ganz auf die Produktion von Reserva und Gran Reserva. Die Arbeit im Weinberg, die Selektion und die anschließende Weinbereitung sind vollständig darauf ausgelegt, diese Spitzenqualitäten hervorzubringen. Lediglich die Verweildauer im Fass und auf der Flasche entscheidet dann darüber, ob der Wein eine Reserva werden darf oder vorher als Crianza oder Tinto auf den Markt kommt. De facto wird einer Crianza damit die gleiche Aufmerksamkeit zuteil, wie den Reserva-Qualitäten. Auch bei den Barriques wird bei LeAltanza nicht geknausert, 80% der Fässer sind aus französischer Eiche und 20% stammen aus amerikanischer Produktion. Dieser Schlüssel gilt auch für Crianzas. Da man gerade im Rioja sehr gastfreundlich und kulinarisch höchst bewandert ist, wartete auf mich zum Abschluss meines Besuches, noch ein ausgedehnter Lunch. Köchin Olga hatte ihn liebevoll für uns vorbereitet. Schon die Vorspeise aus frischen Artischockenherzen mit mildem Olivenöl und Fleur de Sel fand ich einfach überwältigend gut. Das Olivenöl, selbstverständlich auch aus dem Hause LeAltanza und 95% des Jahres vergriffen und die exzellent gekochten Artischocken harmonierten so gut, dass ich beinah meinem bevorzugten Gemüse, dem Spargel, abgeschworen hätte. Aber nur beinah ;-) Dazu genossen wir den Rosado des Weingutes. Diesen Auftakt eines spanischen Essens werde ich lange nicht vergessen. Auch die anschließenden „patatas riojanos con chorizo“ waren pure Lyrik am Gaumen. Ganz zu schweigen vom saftigen Bonito Thunfisch, der darauf folgte. Man merkte, dass Olga in der Sternegastronomie gelernt hat. Es war ein rundum gelungener Nachmittag und ein schönes Finale meiner Rioja Tour. Die nächste Reise wird mich dieses Jahr nach Südfrankreich ins Languedoc-Roussillon führen.
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