Was macht einen Perlwein zum Prosecco?

Prosecco ist in den letzten zehn, zwanzig Jahren zu DEM feierlichen Getränk schlechthin geworden. Der italienische Perlwein oder Schaumwein war so sehr in aller Munde, dass die Bezeichnung "Prosecco" generisch für alle Perlweine verwendet wurde (und noch wird). Wenn man also in ein spanisches oder griechisches Restaurant geht und Grund zum Feiern hat, kann es schon einmal passieren, dass man leichtfertig einen Prosecco bestellt. Bestenfalls wird man dann freundlich darauf hingewiesen, dass das Lokal keinen Prosecco auf der Karte hat und stattdessen wird ein landestypischer Sekt empfohlen. Um diesen Faux Pas zu vermeiden, soll hier einmal erklärt werden, was denn nun einen echten Prosecco ausmacht. Ein echter Prosecco ist ein Perlwein, Schaumwein oder Stillwein, der aus festgelegten Anbaugebieten in den italienischen Region Veneto (deutsch Venetien) und Friaul-Julisch kommt. Lange Zeit hieß auch die weiße Rebsorte, aus der der Wein gekeltert wurde, Prosecco. Doch bereits seit dem 01. Januar 2010 ist die offizielle Bezeichnung der Rebsorte Glera. Die Bezeichnung Prosecco ist nur noch für den Wein aus dem eng begrenzten Gebiet zu verwenden. Aber wie es so ist mit Sprachvorschriften, dauert die Umsetzung in den Köpfen viele, viele Jahre. Oder wussten Sie, dass die präzise Verwendung von „Marmelade“ und „Konfitüre“ bereits seit 1982 von der EU vorgeschrieben ist? [caption id="" align="alignright" width="200" caption="Prickeln muss er"][/caption] Die Bezeichnung "Prosecco DOC" (Denominazione di origine controllata) darf seit Anfang 2010 nur noch für Glera-Weine verwendet werden, die aus den Regionen Veneto und Friaul-Julisch Venetien mit insgesamt 318 Anbaugebieten stammen. Noch enger begrenzt ist die Herkunft des "Prosecco DOCG". Alle 44 Anbaugebiete liegen alle in der Provinz Treviso (Venetien). Die beiden Hauptorte der Herstellung von Prosecco DOCG sind Valdobbiadene und Conegliano, so dass der Perlwein auch als Prosecco Conegliano Valdobbiadene DOCG in den Handel kommt. Die Rebsorte Glera wird zu Schaumweinen (Prosecco Spumante), Perlweinen (Prosecco Frizzante) und den außerhalb der Landesgrenzen kaum bekannten Stillweinen (Prosecco spento und Prosecco tranquillo) verarbeitet. Der Spumante gewinnt seinen Kohlensäuregehalt meist in Tankgärung und ist in Deutschland mit Schaumweinsteuer belegt, so dass man selten eine 0.75l-Flasche unter fünf Euro erwerben kann. Der Prosecco Frizzante erhält seinen geringeren Kohlensäuregehalt entweder durch das Imprägnierverfahren oder ebenfalls durch Tankgärung. Außerdem kann er auch 15% fremde Rebsorten enthalten, ohne dass dies auf dem Etikett vermerkt wird. Nach dem Öffnen der Flasche verliert der Frizzante schnell seine Kohlensäure und schmeckt schal; der Spumante hingegen kann seine Perligkeit länger erhalten.
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