Besuch auf der größten Weinmesse der Welt

Die Vinexpo gehört zum Pflichtprogramm eines jeden Weinhändlers im jährlichen Terminkalender. Sie findet aller 2 Jahre in Bordeaux statt. So machte auch ich mich wieder auf den Weg, um in die unendlichen Weiten des Wein-Universums abzutauchen. Gleich am ersten Tag der Weinmesse hatte ich mich mit einem meiner bevorzugten Négociants verabredet. Négociants nennt man die Handelshäuser in Bordeaux. Die Négociants kaufen den selbständig arbeitenden Winzern die Weine ab und vermarkten diese anschließend auf eigene Rechnung. Bei einem Bordelaiser Négociants findet man demzufolge die Weine ganz verschiedener Winzer aus vielen Wein-Appellationen des Bordeaux: Konzentriert und „vorverkostet“. Nach ungefähr 15 verschiedenen Weinproben, hatte ich 3 Rotweine in die engere Auswahl gezogen. Der Château Réaut La Gravière Barrique 2006 hat mir super gut gefallen wegen seiner guten Struktur und Fülle im Abgang, einen Pomerol habe ich mir für den Herbst vorgemerkt, ebenso wie eine Magnumflasche von Château Noaillac. Warum Magnumflaschen? Ganz einfach: In größeren Gebinden reifen die Weine besser aus und werden komplexer. Anschließend besuchte ich Lionel Lavail von der Domaine Cazes. Wir hatten uns erst vor wenigen Wochen bei ihm im Roussillon getroffen. Besonders freue ich mich auf seinen neuen Wein, den Hospices Catalanes Côtes du Roussillon Villages, der ab Herbst im Wein-Shop bei ebrosia erhältlich sein wird. Lionel lud mich zum Dinner ein. Es gab Austern. Zu den Austern probierten wir gemeinsam ein paar Weißweine und blieben bei meinem Weißwein aus der Gascogne, dem Les Tourterelles hängen, der von einem Freund Lionels produziert wird. Anschließend traf ich mich mit Bernard Jeanjean, einem der beiden legendären Jeanjean-Brüder, denen eine Vielzahl von kleinen Weingärten in ganz Frankreich gehört. Seine neueste Kreation ist ein absolut reintöniger, gut konzentrierter Malbec. Ein „Super-Stöffchen“ ganz ohne Holzeinschlag. Der Einsatz von Holz macht die Rotweine normalerweise weicher und nimmt den Tanninen (Gerbstoffen) die Rauheit. Gibt man dem Wein kein Holz, wirkt er nicht selten flach und ist auch nur kurze Zeit haltbar. Nicht so dieser wunderbare Rotwein aus Malbec-Trauben. Ich bin so fasziniert, dass ich sofort zuschlage und meinen Kunden den Wein im Herbst im ebrosia Wein-Shop vorstellen werde. Der Tag endete mit einem wunderbaren Abendessen bei Francois Lurton in dessen Stadthaus. Zum marinierten Thunfisch im Sesammantel auf Avocadocreme servierte er uns seinen Hermanos Lurton Cuesta de Oro 2007.
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