A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W X Z

Morio-Muskat

Die weiße Sorte Morio-Muskat wurde im Jahr 1928 entwickelt. Peter Morio – seines Zeichens Rebenzüchter – kreuzte am Institut für Rebenzüchtung in Geilweilerhof die Sorten Gelber Muskateller und Silvaner. Bis heute ist nicht ganz klar, ob er aus Versehen oder in voller Absicht anstelle des Kreuzungspartners Gelber Muskateller die Sorte Silvaner angegeben hat. Bereits seit langer Zeit wurde bezweifelt, dass der Morio-Muskat Weißwein ein Produkt der Elternreben Weißburgunder und Silvaner sei. Ein Hauptargument war dabei: Aus zwei aromatisch dezenten Sorten kann keine Sorte mit einer so ausgeprägten Aromenstruktur entstehen. Eine DNA-Analyse im Jahr 2012 untermauerte diese Vermutung: Im Morio-Muskat Weißwein ist demnach – wissenschaftlich belegt – kein Weißburgunder enthalten. Es handelt sich um eine Kreuzung von Gelbem Muskateller und Silvaner. Der oftmals goldgelbe Morio-Muskat Weißwein gilt sortenrein ausgebaut als kräftiger Wein mit vollem Muskat-Bouquet. Neben einer kraftvollen Säure zeigen sich frische Aromen von Holunder, Veilchen und sommerlicher Zitrone. Um eine gute Qualität zu erzeugen, benötigt die Rebe allerdings einen entsprechenden Standort. Rheinhessen und Pfalz sind heute ausgezeichnete Lagen, auf denen Morio-Muskat Weißwein angebaut wird und tolle Qualitäten zeigt. Doch auch in Franken, Nahe und Baden stehen Stöcke dieser Rebe. Allerdings ist ein Rückgang zu erkennen. Die Anbaufläche des goldgelben Morio-Muskat ging in den letzten Jahrzehnten von über 2.000 Hektar (1988) auf rund 500 Hektar (2008) zurück, sodass der Wein heute schon beinah eine Rarität ist und in sortenreiner Form nicht an jeder Ecke zu bekommen ist. Aufgrund seiner sehr schönen Muskat-Aromatik empfehlen Kenner den Morio-Muskat solo ohne eine passende Speise. Wer dennoch einen kulinarischen Begleiter sucht, der findet diesen in diversen, feinen Käsevariationen und Nüssen.