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Negroamaro

Die rote Rebsorte Negroamaro ist in Süditalien in der Region Apulien zu Hause. Hier wird die Rebe bereits seit Jahrtausenden angebaut und bringt – oftmals als Geheimtipp – hervorragende und kraftvolle Rotweine hervor. Die Griechen sollen den Negroamaro in Süditalien kultiviert haben. Sie waren auch dafür verantwortlich, dass sich die buschige Pflanzung der Reben in Apulien verbreitete. Mittlerweile gilt diese Rebenerziehung als überholt. Man baut in der sogenannten Spalierform an. Hierbei werden zirka 6.000 Reben pro Hektar gepflanzt. Hinzu kommt die für den Negroamaro sehr vorteilhafte Lage in Apulien. Intensive Sonne am Tage und die kühlende Meeresbrise bei Nacht lassen in dem Wein einen schönen Fächer an Aromen entstehen. Negroamaro ist ein zusammengesetzter Name und trägt zwei miteinander verbundene Bedeutungen in sich. Zum einen steht das Wort „negro“ für die fast schwarze Farbe des Weins. Zum anderen verweist „amaro“ auf die zartbitteren und mandelartigen Aromen, die der Negroamaro in sich trägt. Letzteres wird durch die große Menge an Tanninen hervorgerufen, aber auch von der zartbitteren Fruchtnote. In der Regel schmeckt ein Negroamaro herb, pflaumig und bitterschokoladig. Dieser individuelle Charakter ist ein Alleinstellungsmerkmal, denn weltweit gibt es keinen Wein, der solch ein herb-aromatisches Geschmacksbild in gleicher Weise zeigt. Sein individueller Charakter war es auch, der den Negroamaro in der Vergangenheit oftmals zum trivialen Verschnittpartner für andere Rotweine degradierte. Seine einzige Aufgabe war es lange Zeit, anderen Weinen Farbe zu schenken. Mittlerweile ist allerdings ein Umdenken sichtbar. Der Negroamaro erfährt eine neue Zuwendung und das Bestreben, ihn zum Solokünstler zu machen. Dies ist ein bedeutender Beitrag gegen die weltweite Gleichmacherei von Weinen und für die Individualität solcher „Charaktertropfen“ wie dem Negroamaro.