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Palomino

Die alte weiße Rebsorte Palomino ist die klassische Rebsorte für Sherry und kommt ursprünglich höchstwahrscheinlich aus dem spanischen Andalusien. Sie ist auch unter den Namen Palomino Fino bekannt. Palomino wird hauptsächlich im spanischen „Sherrydreieck“ angebaut. In dieser Region zwischen Jerez de la Frontera, Puerto de Santa Maria und Sanlucar de Barrameda nimmt Palomino sage und schreibe 90 Prozent der Rebfläche ein. Weitere Flächen liegen im spanischen Weinbaugebiet Condado de Huelva und auf den Kanarischen Inseln. Außerhalb des spanischen Gebietes existieren Lagen in Frankreich, auf Zypern, in Neuseelande, in Australien, in Kalifornien, in Argentinien und in Südafrika. Die weltweite Gesamtrebfläche von Palomino umfasst in etwa 60.000 Hektar – wovon die Hälfte allein in Spanien liegt. Ganz typisch für Palomino ist, dass die Sorte erst spät reift. Sie benötigt zwar viel Sonne und ein trockenes Klima, verlangt aber trotzdem nach nur mäßiger Hitze. Da die Rebe anfällig für den Echten Mehltau ist, müssen eine gute Belüftung und eine entsprechende Winterfeuchtigkeit zwingend vorhanden sein. Idealer Boden ist Kreidemergel. Palomino ist dafür bekannt, dass die Rebe sehr aktiv wächst und einen großen Ertrag bringt. Um die Qualität auf einem anständigen Level zu halten, wird eine Begrenzung der Erträge auf weniger als 70 hl/ha durchgeführt. Nur zum Vergleich: Für Palomino wäre eine Mostmenge von 200 hl/ha ohne Probleme erzielbar. Die goldenen, druckfesten Beeren des Palomino erzeugen Weine mit wenig Säure und Zucker. Ihr Geschmack ist eher neutral. Erntet man die Beeren in vollreifem Zustand, so neigt der Saft zur Oxidation, was für Sherry eine sehr gute Voraussetzung ist. Ein Palomino Sherry zeichnet sich durch ein leichtes, frisches und knackiges Aroma aus. Neben dem Genuss mit Käse oder Nüssen eignet sich der Sherry auch hervorragend als Drink auf Eis mit einer Orangenscheibe.