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Primitivo

Die rote Rebsorte Zinfandel ist in Italien als Primitivo bekannt. Der Name kommt vom italienischen Wort „primo“, was so viel bedeutet wie „erster“. Diese Bezeichnung bezieht sich auf die Eigenschaft des Primitivo Rotweins, besonders früh zu reifen. Rotweine dieser Rebsorte erreichen aufgrund des höheren Zuckergehalts der Trauben gesteigerte Alkoholwerte. 13 bis 15 Volumenprozent sind keine Seltenheit. Der Primitivo Rotwein besitzen darüber hinaus sehr charakteristische Aromen von Brombeere, Zimt, Pfeffer und Schokolade. Auch Vanille und Kirsche können in der Nase und am Gaumen hervortreten. Der Ursprung des Zinfandel bzw. des Primitivo Rotwein war lange Zeit ungeklärt. Schon seit den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts versuchte man die genaue Abstammung zu rekonstruieren. Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde Primitivo Rotwein aus Wien in die USA exportiert, um dort angebaut zu werden. In dieser Zeit entstand – vermutlich durch die falsche Kennzeichnung „Zierfandler“ (Weißweinsorte) der Lieferung – der Sortenname Zinfandel. Es gibt auch Nachweise über den Transport von Zinfandel aus Ungarn, bevor die Rebsorte nach Amerika gelangte. Zu dieser Zeit wurde der Primitivo Rotwein hauptsächlich als Tafelwein genutzt. Anstoß für die genaue Untersuchung der Herkunft des Weins war eine Italienreise des amerikanischen Pflanzenpathologen Austin Goheen. Er, der aus Amerika den Zinfandel kannte, bemerkte bei einer italienischen Promitivo Rebe eine starke Ähnlichkeit. Er nahm Pflanzen nach Amerika mit, um diese mit dem Zinfandel zu vergleichen. Bei seinen Untersuchungen – die hauptsächlich auf der äußeren Beobachtung beruhten, fiel ihm auf, dass die Reben optisch identisch waren. Eine genaue DNA-Analyse war ihm zum damaligen Zeitpunkt nicht möglich. Erst im Jahre 1999 untersuchte die Önologie-Professorin Carole Meredith von der Universität Davis den Primitivo Rotwein auf der Ebene der DNA – und stellte fest, dass dieser mit dem Zinfandel absolut identisch war. Nun stellte sich die Frage, wo der Primitivo Rotwein ursprünglich herkam. Professor Meredith fand heraus, dass die Edelrebe höchstwahrscheinlich seit Beginn des 19. Jahrhunderts im italienischen Apulien angebaut wurde. Danach kam der Primitivo Rotwein in die USA. Meredith folgte Spuren nach Kroatien und fand schließlich im Jahr 2001 heraus, dass der Primtivo eine Mutation der alten kroatischen Rebsorte Crljenak ist. Dieser Vorfahre des Primitivo stammt aus dem Grenzgebiet zwischen Ungarn und Kroatien. Der Name Crljenak bedeutet übersetzt „der Rötliche“. Die Trauben des Primitivo Rotwein sind länglich und kompakt gebaut und besitzen kurze Stile. Die Beeren sind rund und von intensiv-blauer Farbe. Wenn zu wenig Wasser zugegeben wird und während besonders heißer Perioden können die Trauben des Primitivo mit ihrer dicken Haut austrocknen und sich rosinenartig zusammenziehen. Auch bei der Weinlese ist besondere Aufmerksamkeit gefragt, denn die Primitivo Beeren reifen mitunter unterschiedlich schnell. Grüne Beeren können dann zwischen reifen Beeren hängen und müssen penibel aussortiert werden. Aufgrund von diesem Phänomen ist eine maschinelle Ernte bei Primitivo Rotwein komplett ausgeschlossen. Besonders bekannte Anbauzonen für Primitivo Rotwein sind Kalifornien und die italienische Anbauzone Manduria in der Region Apulien. Dort existiert die DOC-Zone Primitivo di Manduria. Im Glas zeigt sich der Primitivo in einem edlen Rubinrot. Sein Bukett ist sehr reichhaltig und verströmt leckere Aromen von reifen, dunklen Beerenfrüchten, wie Kirschen und Brombeeren, Zimt und Schokolade.