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Rivaner

Die weiße Rebsorte Rivaner ist identisch mit der deutschen Weißweinsorte Müller-Thurgau. Lediglich aus Gründen des Marketings und aufgrund von gewissen juristischen Richtlinien wird der Name Rivaner Weißwein verwendet. Somit ist auch die Entstehungsgeschichte von Müller-Thurgau und Rivaner Weißwein identisch. 1882 markiert den Beginn der teilweise rätselhaften aber doch interessanten Historie vom Müller-Thurgau und somit von Rivaner. In jenem Jahr begann der Weinforscher Hermann Müller-Thurgau an der Rheingauer Forschungsanstalt Geisenheim mit einigen Rebsorten-Kreuzungsversuchen, an deren Ende der Müller-Thurgau Weißwein – der heute auch unter dem Namen Rivaner Weißwein bekannt ist – das Licht der Welt erblicken sollte. Viele Vermutungen und Theorien kursierten darüber, welche Elternreben bei der Kreuzung tatsächlich eingesetzt wurden. Der Grund dafür: Der Rebforscher Müller-Thurgau war sich aufgrund der Vielzahl seiner Kreuzungsversuche selbst unsicher, welche Reben er bei der Züchtung genau verwendet hatte. Zunächst nahm man an, der Rivaner Weißwein sei eine Kreuzung aus Silvaner und Riesling. Allerdings konnte bereits Mitte des 20 Jahrhunderts durch Dr. Eichelsbacher festgestellt werden, dass im Müller-Thurgau bzw. Rivaner Weißwein kein Erbmaterial der Rebsorte Silvaner vorliegt. Im Jahr 1999 wurde dann durch eine gendiagnostische Untersuchung festgestellt, dass höchstwahrscheinlich die Rebsorten Madeleine Royale und Riesling die Elternreben sind. Rivaner Weißwein gilt als anspruchslos und leicht zu ziehen. Sowohl an die klimatischen Verhältnisse als auch an die Beschaffenheit des Bodens stellt die Rebe kaum Ansprüche. Die Böden sollten lediglich nicht zu trocken und tiefgründig sein. Ist dies vorhanden, besticht der Rivaner Weißwein durch eine frühe Reife und gute Erträge. Diese hohen Erträge sind aber auch der Grund, weshalb sich das Image des (minderwertigen) Massenweins entwickelt hat. Da der Rivaner Weißwein eine ausgesprochen gute Anpassungsfähigkeit besitzt, wird diese Entwicklung noch zusätzlich begünstigt. Zudem steht er oftmals auf Lagen, auf denen er zwar ertragreich gedeiht, jedoch nur durchschnittliche Qualitäten erzielt. Ein edler Rivaner Weißwein präsentiert sich in einem glänzenden Goldgelb im Glas. Sein Duft ist fruchtig und frisch. Feine tropische Aromen zeigen sich. Auf der Zunge präsentiert sich ein dezentes Säurespiel, das von einer netten Fruchtigkeit untermalt wird. Rivaner Weißwein soll jung getrunken werden, da er aufgrund von langer Lagerung seine feine Frische verliert.