Der Korken

Im ersten Beitrag zu dieser kleinen Weinkenner-Reihe sind wir auf die Lagerung von Weinflaschen eingegangen und haben bereits Bezug auf die Verschlussarten genommen. Wie bei den Aufbewahrungsmöglichkeiten von Wein (Flasche, Karton und andere) gibt es auch bei den Verschlüssen traditionelle und moderne Möglichkeiten. Wir fassen kurz die wichtigsten Eckpunkte zusammen.

Die fünf gängigen Korkentypen

Neben Naturkorken gibt es Kunststoff-, Glas- und Kronkorken sowie den Dreh- bzw. Schraubverschluss. Jede Verschlussart hat ihre individuellen Eigenschaften, die bei der kurz- oder langfristigen Lagerung von Wein, Sekten oder Branntweinen und deren anschließendem Genuss von Bedeutung sein können.

Naturkorken

Ein sogenannter Naturkorken wird aus der Rinde der Korkeiche hergestellt. Vor der Entdeckung und industriellen Verarbeitung von Kunststoffen war dieser Typ lange Zeit die gängige Wahl zum Verschließen von Wein. Ende des 17. Jahrhunderts löste der Korkstopfen die bis dahin noch recht beliebten Holz- und Tonstopfen ab.

Trotz seiner Verbreitung bietet der Naturkorken im Vergleich zu den folgenden Verschlussarten vor allem Nachteile: Als natürliches Produkt kann der Korken brüchig werden und der Wein in der Flasche einen Korkschaden erleiden. Auch ist er nicht zu 100 % luftdicht, selbst qualitativ hochwertige Vertreter weisen noch kleine Poren auf. Durch Temperaturwechsel kann der Korken Schimmelbefall erleiden, was sich nicht unbedingt auf die Qualität des Weins auswirken muss. Auch verzieht sich der Korken bei Temperaturschwankungen, was die Gefahr von Luftaustausch oder Weinaustritt erhöhen kann.

Für große Weine können die Poren in Naturkorken einen einzigartigen Vorteil bieten. Man spricht hier von der Mikrooxidation und der damit verbundenen schonenden Reifun des Weins. Über mehrere Jahre hinweg kann ein Wein somit eine höhere Qualität erreichen. Um diesen Effekt zu erzielen, sollte ein hochwertiger Korken auf einen entsprechend hochwertigen Wein treffen. In unserem deutschen Premiumsegment VDP.GROSSE LAGE finden Sie kaum einen Wein, der nicht durch einen Naturkorken gekrönt wird. Außerdem stellt die Herstellung aus Korkeiche eine positive Ökobilanz dar, wie sie die weiteren Vertreter nicht aufweisen können.

Kunststoffkorken

Der industrielle Fortschritt ermöglichte die Herstellung von Korken aus Kunststoff, die mittlerweile optisch stark an Naturkorken angeglichen werden können. Durch den Kunststoff und eingesetzte Versiegelungen kann dieser Korken nicht von Schimmel befallen werden und auch keinen Bruchschaden erleiden. Allerdings kann er sich ebenfalls bei Temperaturschwankungen verziehen und es ist teilweise schwierig, eine damit verschlossene Flasche zu entkorken.

Glaskorken

Was im Jahr 2003 mit den ersten Tests begann, endete im nächsten Jahr in der Serienproduktion des vergleichsweise jungen Verschlusstyps. Glaskorken sind nicht nur optisch interessant, sie bieten einige wichtige Vorteile: Glas ist geschmacksneutral und kann daher den Wein nicht beeinflussen. Weiterhin ist der Glaskorken durch einen Dichtungsring aus Kunststoff luftdicht und hygienisch. Die Herstellung ist nicht günstig und somit wechselt auch nicht jedes Weingut zu dieser Methode. Verbraucher jedoch akzeptieren diesen Verschlusstyp aufgrund der positiven Eigenschaften bereits gut.

Kronkorken

Kronkorken werden bisher noch zögerlich verwendet, doch es gibt sie bereits ab und an zu sehen. Bekanntermaßen dichten die im Bierregal massenhaft verwendeten Kronkorken Glasflaschen gut ab und sorgen für eine lange Haltbarkeit des Getränks. Sie sind günstig herzustellen aber nicht so beliebt wie Schraubverschlüsse.

Schraubverschluss

Schon um 1850 herum finden sich Hinweise auf Flaschen mit einem einfachen Gewinde für Glasdeckel, doch erst Mitte der 1920er entstand die Verschlusskappe mit Gewinde aus Aluminium. Inzwischen ist diese Verschlussart jedem Verbraucher bekannt, da sie für alle möglichen Lebensmittel und nicht essbaren Produkte verwendet wird. Und tatsächlich bietet der Schraubverschluss viele Vorteile. Durch eine zusätzliche Gummierung auf der Innenseite verschließt er luftdicht und verzieht sich auch nicht bei Temperaturschwankungen. Er ist hygienisch und ermöglicht insgesamt eine lange Lagerung des Weins. Bisherige Studien konnten noch keinen klaren Nachweis darüber bringen, ob dieser Verschluss negative Auswirkungen auf den Geschmack hat.

Dies vielen positiven Eigenschaften in Verbindung mit der steigenden Popularität lassen vermuten, dass der Anteil an Schraubverschlüssen noch steigen wird.

Plopp oder Klick?

Genießen Sie das Plopp-Geräusch eines gezogenen Korkens? Gefällt Ihnen die Optik und das edle Klicken eines Glaskorkens? Oder machen Sie keine Unterschiede beim Flaschenverschluss, weil Sie sich einfach auf den Geschmack des Weins freuen?

Sie kennen nun die Verschlussarten für Weinflaschen und können sich selbst ein Urteil darüber verschaffen, welche das köstliche Getränk am besten konserviert. Gehen Sie daher am besten direkt zum Entkorken, Dekantieren und Verkosten über. Was Sie hierbei beachten können, erfahren Sie in den nächsten Beiträgen.

Die Reihe zum Nachlesen

 

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