Die Weinregion Sachsen - Klein und fein

Rund 480 Hektar Rebfläche werden auf dem sächsischen Weinanbaugebiet bewirtschaftet. Es erstreckt sich entlang der 55 km langen Weinstraße, die Pirna mit dem Weindorf Diesbar-Seußlitz verbindet. In der idyllischen Landschaft, durch die man hier fährt, finden sich Elbweindörfer sowie kleinere und größere Städte wie Dresden, Meißen oder Radebeul. Letztere haben mit ihren kulturell und historisch wertvollen Sehenswürdigkeiten einiges zu bieten. Architektur, Porzellan und Wein – eine Kombination, die Sachsen absolut einzigartig macht. Nicht zuletzt hat der Weinbau mit seiner 850-jährigen Geschichte unterschiedlichste kulturelle Bereiche geprägt. Im Gegensatz zu anderen Regionen hat er hier erst sehr spät Einzug gehalten. Erschwerend kommt die exponierte Geographie hinzu, was dem hohen Anspruch sächsischer Winzer bisher aber nicht geschadet hat.

Lange Weinhistorie in besonderer Lage

Sachsen ist das kleinste zusammenhängend bewirtschaftete Weinanbaugebiet Deutschlands und darüber hinaus dasjenige, welches am nördlichsten liegt. Im frühen 10. Jahrhundert wurden im Elbtal Weinstöcke gefunden. Sie belegen die weit zurückreichende Weinhistorie Sachsens. Damals wie heute zeichnet sich die Bewirtschaftung vor allem durch Handarbeit aus. Grund hierfür sind die Steillagen, in denen geerntet werden muss. Schweres Gerät ist hier fehl am Platz.
Rund 2.500 Winzer und Winzerinnen und deren Familien ernten auf Weingütern in Sachsen. Ein Großteil von ihnen organisiert sich in der Winzergenossenschaft Meißen. Die meisten von ihnen sind Klein- und Kleinstwinzer, die sich vor allem in Nebenbeschäftigung für den Erhalt der Weintradition einsetzen.
Des Weiteren sind viele von ihnen in den 11 Weinbaugemeinschaften an der Elbe organisiert. Über jene Gemeinschaften werden etliche Veranstaltungen organisiert. Dazu gehören unter anderem „Der Tag des offenen Weinberges“ oder die „Federweißermeile“. Für Weinliebhaber gibt es dann einiges zu entdecken und zu lernen, auch über die Vielzahl angebauter Rebsorten.

Heimat unterschiedlichster Rebsorten, aber vor allem weißer

Grundsätzlich kennt die Vielfalt an in Sachsen angebauten Rebsorten keine Grenzen. Auf den insgesamt 17 sächsischen Einzellagen findet der Anbau von 61 Rebsorten statt. Davon wachsen 80 Prozent weiße und 20 Prozent rote Rebsorten auf Löss, Granit, Syenit, Glimmer, Kiesgeröll und Sand.
Die weißen Hauptrebsorten (Weißweine) sind Müller-Thurgau, Riesling und Weißburgunder. Die roten Hauptrebsorten (Rotweine) sind Spätburgunder und Dornfelder. Weiterhin ist Sachsen für besondere Rebsorten wie Traminer, Elbling und Goldriesling bekannt. Letzterer entstand Ende des 19. Jahrhunderts im Elsass und wird heute fast ausschließlich im Elbtal gepflegt. Eine weitere Ausgefallenheit des Anbaugebietes stellt die sogenannte „Sachsenkeule“ dar. Dabei handelt es sich um eine spezielle Flaschenform für besondere Weine.

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