Edle Rebsorten - die fünf Spitzenreiter und ihre Hege im Weinberg

Gut 7.000 Jahre Weinkultur brachten circa 10.000 Rebsorten hervor - und nur ein Viertel davon findet den Weg ins Weinfass. Den Weltmarkt beherrschen derzeit ganze 50 Rebsorten. Weit oben in der Popularität rangieren aktuell 5 Gewächse, von denen eines aus Deutschland stammt.

Ein großes Quintett: die populärsten weißen und roten Rebsorten


- Riesling
Unter den deutschen Rebsorten von globaler Bedeutung ist der Riesling fraglos die wichtigste. Die erste Erwähnung der vermutlich vom Traminer abstammenden Riesling Reben findet sich in einer Rüsselsheimer Urkunde aus dem Jahr 1435. Von den rund 50.000 Hektar weltweiter Riesling Anbaufläche entfällt der Löwenanteil mit knapp 45 Prozent auf Deutschland.

- Chardonnay
Neben dem Riesling brilliert vor allem der Chardonnay auf dem internationaler Weinparkett. Historiker siedeln seine Herkunft im Vorderen Orient an. Die besten Lagen finden sich in Burgund und Champagne. Mittlerweile kommen herrlich körperreiche Chardonnays aber auch aus Übersee, sowie zunehmend aus Deutschland.

- Cabernet Sauvignon
Der Cabernet Sauvignon galt bis vor Kurzem als Abkömmling wilder Rebsorten. DNA-Analysen allerdings belegen seine Herkunft aus einer Kreuzung von Cabernet Franc und Sauvignon Blanc. Neben dem Merlot zählt er zu den wichtigsten roten Rebsorten der Bordeaux-Region - und der ganzen Welt.

- Pinot Noir (Spätburgunder)
Der Pinot Noir wird seit etwa 2000 Jahren im heutigen Burgund kultiviert. Im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung beschrieb der römische Autor Columella eine markante Traube mit dicht angeordneten Beeren, bei der es sich vermutlich um eine frühe Form dieses Klassikers handelte.

- Nebbiolo
Die nobelste Rebsorte des Piemonts ist Italiens Beitrag zu den Top 5. Dass das Edelgewächs Genießer seit mindestens 700 Jahren begeistert, belegt eine Urkunde aus dem Jahr 1303. Von einer roten Traube, die "vom Nebel (nebbia) lebt", sprach bereits der römische Naturwissenschaftler Plinius der Ältere (23-79 nach Christus).

Gutedel - der Methusalem unter den noblen Rebsorten


In Oberägypten sollen Reben der Sorte Gutedel (auch als Fendant oder Chasselas bekannt) schon vor 5000 Jahren kultiviert worden sein. Seit 1991 allerdings legt die Gendiagnostik die Vermutung nahe, dass der Gutedel ursprünglich aus den Westalpen stammt. In Deutschland beschränkt sich sein Anbau heute weitgehend aufs südliche Baden. Der im Vergleich zu anderen Rebsorten eher neutrale Eigengeschmack der Trauben bringt das jeweilige Terroir ausdrucksstark zur Geltung - wie zum Beispiel beim Haltinger Winzer Gutedel Weiler Schlipf trocken aus dem Markgräferland.

Das Jahr im Weinberg: Hege und Entwicklung der Reben


Boden, Lage, Temperatur, Sonnen- und Regenstunden - die Natur liefert die Grundbedingungen für das Heranwachsen der edlen Reben. Ohne die Feinarbeit des Winzers jedoch würde so manches große Gewächs zu einem bloßen Busch verkümmern...

-Beim Beschnitt in Januar und Februar bestimmt der Winzer die Anzahl der Fruchtruten am Rebstock. Je weniger dieser trägt, desto mehr Inhaltsstoffe wandern in die Trauben.
- In März und April biegen und binden der Winzer und seine Helfer die Fruchtruten nach unten und sorgen so für die gleichmäßige Verteilung der Triebe.
- Ab April wird der Boden aufgelockert und gedüngt. Spätestens Anfang Mai, mit Beginn des Austriebs, müssen die Rebstöcke durch Fungizide vor Pilzerkrankungen geschützt werden.
- Nach der Blütezeit im Juni werden überzählige Fruchtansätze entfernt. Der danach erfolgende Laubschnitt währt bis in den August und fördert die Durchlüftung der Reben.
- Die Weinlese beginnt im September. Bei Rebsorten, die zu Eisweinen wie dem Ernst Bretz Riesling Auslese "Cold harvest" ausgebaut werden, bleiben die Trauben nicht selten bis Dezember oder Januar am Rebstock.
- Nach der Traubenlese wird der Boden noch einmal umgepflügt. Mit dem ersten Schneefall kehrt für die meisten Weinberge endgültig die Winterruhe ein.

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