VDP Wein - der Maßstab für hochklassige Weinkultur

"Verband Deutscher Naturweinversteigerer" taufte sich im Jahr 1910 ein Zusammenschluss aus vier deutschen Regionalvereinen. Sinn des neuen Verbands war die Einführung und Überwachung von Standards zur Qualitätssicherung in der Weinproduktion und -verkauf. 1971 ging aus dieser Vereinigung der "Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter e. V., kurz VDP hervor. Aktuell gehören dem VDP knapp 200 deutsche Weingüter aus allen deutschen Weinanbaugebieten an. Der Bundesverband vereint die Regionalverbände VDP Baden, Franken, Mittelrhein, Nahe-Ahr, Mosel-Saar-Ruwer, Pfalz, Rheingau mit der Hessischen Bergstraße, Rheinhessen, Sachsen-Saale-Unstrut und Württemberg.

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Die Qualitätsstandards und Klassifikationen für VDP Wein

Den Traubenadler, das berühmte, charmante-altmodische Siegel des VDP, dürfen ausschließlich renommierte Weingüter verwenden, die sich das Gütesiegel des VDP verdient haben. Dafür genügt es nicht, den Vorgaben des deutschen Weingesetzes zu entsprechen - verbandsintern werden deutlich strenger Maßstäbe angelegt. Spätestens alle fünf Jahre erfolgen umfangreiche Kontrollen, die die Integrität des jeweiligen Gutsbesitzers und die Einhaltung der Standards auf Herz und Nieren prüfen. Ganz oben in der Liste der Qualitätsmerkmale des VDP steht die umweltschonende Kultivierung der Weinberge. Zudem müssen mindestens 80 Prozent der angebauten Rebsorten gebietstypisch sein, der Ertrag darf 75 Hektoliter Wein pro Hektar nicht übersteigen. Vorgeschrieben sind (unter anderem) auch hohes Mostgewicht, Handlese bei Weinen höchster Qualitätsstufe sowie der Verzicht auf Großlagennennung.

Das neue Klassifikationssystem für VDP Wein

Eine vierstufige Pyramide spiegelt das System zur Klassifikation der deutschen Prädikatsweine. Ausnahmslos müssen alle Gewächse den bereits genannten Qualitätsstandards entsprechen, darüber hinaus wird unterschieden in:

  • VDP.GROSSE LAGE, das Gütesiegel für die hochwertigsten Weinberge und exzellente Weine mit besonderem Reifepotenzial
  • VDP.ERSTE LAGE, für Lagen von erstklassiger Qualität, auf denen charaktervolle Weine von "nachhaltig hoher Qualität" herangezogen werden
  • VDP. ORTSWEIN, ausgezeichnete, nicht selten traditionsreiche Weinlagen
  • VDP.GUTSWEIN schließlich bildet als Gütesiegel die Basis der Pyramide und bezeichnet Weine, die hinsichtlich Lage und Qualität den strengen Vorgaben des VDP entsprechen

Das Flaggschiff: Geballte Riesling Kompetenz

Längst nicht das einzige, sicher aber das berühmteste Musterbeispiel für die hohe Qualität, die unter der Ägide das VDP erblühte, ist der Riesling, ein Wein, der seit eh und je wie kein anderer für exzellenten Trinkgenuss aus Deutschland steht: Mehr als die Hälfte der Weinberge innerhalb des VDP sind mit Riesling bepflanzt, was 2.7000 Hektar und damit einen Anteil von stolzen 7 Prozent der weltweiten Riesling-Anbaufläche ausmacht.

VDP Pfalz

Tradition als Basis, Nachwuchsförderung im Focus: Besonderes stolz ist der rund 25 Weingüter starke Verband auf seine "Talentschmiede", die sich der Förderung von Jungwinzern mit besonderer Kreativität und außerordentlicher Begabung widmet.

Charakteristik der Pfälzer Böden

Kalkiger Mergel, Löß und Lehm sowie Buntsandstein prägen das Terroir des Pfälzer Weins. Hier werden kräftige, voluminöse, Weine ebenso temperamentvoll fruchtige Weine oder, rassig-frische Gewächse herangezogen.

VDP Rheingau

Der VDP Rheingau wurzelt im 1897 gegründeten Winzerverband "Vereinigung Rheingauer Weingutsbesitzer", zu der sich rund 20 Gutsbesitzer zusammengeschlossen hatten. Heute zählt der VDP Rheingau mehr als 35 Mitglieder, darunter einige der renommiertesten Weingüter Deutschlands.

Charakteristik der Rheingauer Böden

Auf den Löß- und Lehmböden des Rheingaus gedeiht gehaltvoller, körperreicher Wein. Berühmt ist diese Region auch für elegante Gewächse von kraftvoller Mineralität, die auf Schiefer Quarzit wachsen.

VDP Franken

In seiner jetzigen Form zählt der 1955 von 7 Winzern gegründete VDP Franken zu den jüngeren Mitgliedsverbänden des VDP. Zu den jetzigen 28 Mitgliedern zählen Traditionsbetriebe genau wie fantasievolle, experimentierfreudige "Junge Wilde".

Charakteristik der fränkischen Böden

Ablagerungen von Buntsandstein, Muschelkalk und Gipskeuper bilden das Fundament der fränkischen Schichtstufen-Landschaft. Entsprechend vielfältig ist das Spektrum, mit dem uns Wein aus Franken erfreut - vom erdigen Gewächs mit langwährendem Reifepotenzial bis Weinen mit frischem, feinfruchtigem oder blumig-mineralischem Bukett.

Tags: Weinwissen
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