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Artikel: Maischegärung bei Weißwein: Was ist eigentlich 'Orange Wine'?

Maischegärung bei Weißwein: Was ist eigentlich 'Orange Wine'?
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Maischegärung bei Weißwein: Was ist eigentlich 'Orange Wine'?

Orange Wine: Die Faszination der Maischegärung bei Weißwein

Als Weinexpertin bei ebrosia ist es mir eine besondere Freude, Sie heute in die faszinierende Welt des Orange Wine zu entführen. Dies ist kein neuer Modetrend im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr eine Wiederentdeckung einer uralten Weinbereitungstradition, die den Begriff des Weißweins neu definiert. Wir sprechen hier nicht von einem Rosé oder einem klassisch ausgebauten Weißwein, sondern von einem eigenständigen, vierten Weinstil, dessen Besonderheit in der Maischegärung liegt – einer Technik, die wir sonst primär von der Rotweinherstellung kennen.

Für Kenner, die das Außergewöhnliche suchen und die Komplexität eines edlen Tropfens zu schätzen wissen, bietet Orange Wine eine unvergleichliche sensorische Erfahrung. Es ist eine Kategorie, die Konventionen hinterfragt und das Terroir auf eine ganz neue Weise zum Ausdruck bringt.

Was ist Orange Wine? Das Prinzip der Maischegärung bei Weißwein

Die Bezeichnung "Orange Wine" ist deskriptiv für die oft bernsteinfarbene bis intensive orange Farbe, die diese Weine auszeichnet. Der entscheidende Unterschied zu herkömmlichen Weißweinen liegt in der orange wine herstellung. Während bei der Produktion von traditionellem Weißwein die Trauben nach der Ernte rasch gepresst werden, um den Saft von den Schalen und Kernen zu trennen und so eine Extraktion von Farb-, Gerbstoffen und Polyphenolen zu vermeiden, verbleiben bei Orange Wines die Schalen – und oft auch Kerne und Stiele – für eine längere Zeit mit dem Most in Kontakt.

Dieser als Maischegärung bekannte Prozess ist das Herzstück der Orange-Wine-Produktion. Er erlaubt die Extraktion von Inhaltsstoffen, die den Wein tiefgreifend prägen:

  • Farbstoffe: Obwohl weiße Trauben weniger Pigmente enthalten als rote, sind die in den Schalen vorhandenen Farbstoffe – Karotinoide und Polyphenole – ausreichend, um dem Wein seine charakteristische Gold- bis Orangetönung zu verleihen.
  • Tannine: Ein oft übersehenes Merkmal von Orange Wines ist ihre spürbare Tanninstruktur. Diese Gerbstoffe, die wir sonst von Rotweinen kennen, verleihen dem Wein nicht nur eine Textur, sondern wirken auch als natürliche Antioxidantien, die die Langlebigkeit des Weins positiv beeinflussen können.
  • Aromavorstufen: Die verlängerte Hautkontaktzeit fördert die Extraktion komplexer Aromavorstufen, die während der Gärung und Reifung zu einer breiteren Palette an Geruchs- und Geschmacksprofilen führen.

Eine Reise zu den Ursprüngen: Antike Wurzeln und moderne Wiederbelebung

Die Geschichte des Orange Wine ist so alt wie die Weinkultur selbst. Seine Ursprünge reichen über 8.000 Jahre zurück in die Region Georgien, wo Wein traditionell in großen, mit Bienenwachs ausgekleideten Tonamphoren, den sogenannten Kvevris, vergoren und gelagert wurde – oft mit vollständigem Schalenkontakt. Diese Methode, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, ist die Blaupause für viele moderne Orange Wines.

In den letzten Jahrzehnten erlebte diese traditionelle Art der Weinherstellung, insbesondere in Slowenien und Friaul, eine Renaissance, bevor sie sich weltweit als Teil der Naturweinbewegung etablierte. Winzer, die einen authentischen Ausdruck ihres Terroirs suchen und mit minimalen Eingriffen arbeiten möchten, haben Orange Wine für sich entdeckt.

Die Herstellung von Orange Wine: Handwerk und Philosophie

Die orange wine herstellung ist kein einheitlicher Prozess, sondern spiegelt die Philosophie und das handwerkliche Geschick des Winzers wider. Entscheidende Parameter sind:

  • Dauer des Schalenkontakts: Sie variiert von wenigen Tagen bis zu mehreren Monaten. Ein kürzerer Kontakt führt zu subtileren Nuancen, während eine längere Maischestandzeit intensivere Farben, Tannine und Aromen hervorbringt.
  • Gärbehälter: Neben den traditionellen Kvevris kommen auch Edelstahltanks, alte Holzfässer oder moderne Betoneier zum Einsatz. Jedes Material hat Einfluss auf die Mikroxidation und damit auf den späteren orange wine geschmack.
  • Hefe: Oft wird auf eine Spontangärung mit den natürlichen Hefen des Weinbergs gesetzt, was die Komplexität und Individualität des Weins zusätzlich fördert.
  • Schwefelung und Filtration: Viele Orange Wines werden mit minimaler oder gar keiner Schwefelzugabe produziert und ungefiltert oder ungeschönt abgefüllt, um die natürlichen Aromen und die Struktur des Weins maximal zu bewahren. Dies kann zu einer gewissen Trübung führen, die jedoch ein Zeichen für Authentizität und nicht für einen Mangel an Qualität ist.

Das sensorische Profil: Ein Kaleidoskop an Geschmacksnuancen

Der orange wine geschmack ist so vielfältig wie die Rebsorten und Anbaumethoden, die zu seiner Herstellung verwendet werden. Er hebt sich deutlich

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