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Aroma-Porträt
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Leder

Leder gehört zu den faszinierendsten tertiären Aromen in der Weinwelt. Es ist kein Aroma, das die frische Traube mitbringt, sondern eines, das durch Zeit, Sauerstoff und Reife entsteht. In der Sensorik steht Leder für Noblesse, Tiefe und eine gewisse „maskuline“ Eleganz. Es ist das olfaktorische Äquivalent zu einem gemütlichen Chesterfield-Sessel oder einer gut eingetragenen Satteltasche.

Man unterscheidet oft zwischen verschiedenen Leder-Nuancen:

  • Frisches Wildleder: Wirkt weicher, fast samtig und oft etwas heller in der Charakteristik.
  • Altes Sattelleder: Intensiver, rustikaler und oft mit Noten von Tabak oder Teer verbunden.
  • „Animalik“: Ein Hauch von Leder kann auch durch den Einfluss bestimmter Hefen (wie Brettanomyces) entstehen, was – dezent eingesetzt – dem Wein eine wilde, spannende Komponente verleiht.

Für Genießer ist Leder ein klares Signal für einen gereiften Wein. Es bändigt die primäre Frucht und sorgt für ein komplexes Bouquet, das sich im Glas über Stunden hinweg verändern kann. Ein Wein mit Ledernoten wirkt am Gaumen meist weich, mit abgeschmolzenen Tanninen und einer beeindruckenden aromatischen Länge.

Typische Rebsorten mit diesem Profil

Leder findet man fast ausschließlich in Rotweinen, die für eine lange Lagerung bestimmt sind oder bereits einige Jahre auf dem Buckel haben:

  • Tempranillo: Der Klassiker aus der Rioja. Besonders in den Kategorien Reserva und Gran Reserva ist das Aroma von feinem Leder, gepaart mit Vanille und Tabak, absolut stilprägend.
  • Nebbiolo: Die großen Weine aus dem Piemont (Barolo und Barbaresco) entwickeln mit der Zeit eine legendäre Mischung aus Teer, Rosen und altem Leder.
  • Sangiovese: Hochwertige Brunello di Montalcino zeigen oft eine noble Ledernote, die wunderbar mit der getrockneten Kirschfrucht harmoniert.
  • Syrah / Shiraz: Vor allem in der nördlichen Rhône zeigt er oft eine „fleischige“ Ledernote, die an geräucherten Speck und dunkle Beeren erinnert.
  • Mourvèdre: Diese Sorte ist bekannt für ihre wilden, animalischen Noten, die im Alter zu einem sehr markanten Leder-Bouquet verschmelzen.
  • Cabernet Sauvignon: In klassischen Bordeaux-Blends sorgt die Reifezeit in der Flasche dafür, dass sich die Cassisfrucht langsam in Richtung Zeder und Leder transformiert.

Sommelier-Tipp

Wenn du Leder in einem Wein riechst, ist das der perfekte Moment, um über das Dekantieren nachzudenken. Diese tertiären Aromen brauchen oft ein wenig Sauerstoff, um sich von der ersten „Stall-Note“ zu einem edlen, feinen Duft zu entwickeln.

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Weine mit Leder-Note

Aktuell vergriffen

„Aktuell haben wir noch keine Weine mit dem Aroma Leder. Aber es lohnt sich, hier bald wieder vorbeizuschauen!“